Hufschutz

Dass Hufschuhe vorwiegend Wurfgeschosse sind, die dem Mitreiter regelmäßig um die Ohren fliegen, ist zum Glück nicht mehr ganz so aktuell 😉 Der Markt ist mittlerweile so groß, dass man praktisch für jedes Pferd den passenden Schuh finden kann. Aus meiner Sicht ist der größte Vorteil von Hufschuhen die Tatsache, dass das Pferd sie eben nur dann anziehen muss, wenn sie benötigt werden (Schotter, lange Ritte, Erkrankungen usw.) – es somit aber den Rest des Tages (vermutlich so 23h) barhuf bleiben kann.

Die Wege in unseren Wäldern verkommen leider zunehmend zu Schotterpisten – ein bei Pferden nicht allzu beliebter Untergrund. Nun aber gleich die Flinte ins Korn zu werfen und zu sagen „mein Pferd kann nicht barhuf laufen“ wäre aber falsch. Pferde können sehr wohl auch über Steine laufen, viele Wildpferde leben in Gebieten mit sehr steinigem Untergrund. Aber hier liegt das Pony eben begraben: Diese Pferde LEBEN auf steinigem Untergrund. Die meisten Pferde im hessischen Hinterland leben aber nicht so und dementsprechend sind Ihre Hufe auch nicht auf solche Untergründe vorbereitet. Sie leben auf Wiesen, im Matschpaddock, vielleicht auch auf gepflasterten Flächen – aber nur die wenigsten haben bpsw.  einen „Paddock Trail“, auf dem sich die Hufe an die im Gelände vorherrschenden Untergründe gewöhnen können.

Barhuf-Pferde sollen keine auf grobem Schotter herumautschende Tiere sein – aber fast jedes Pferd kann sein Leben – bzw. seine 22-23h Freizeit am Tag – sehr gut barhuf verbringen. Und somit kann es auch in einem Großteil seines Lebens die Vorteile des barhuf seins genießen – Strahl- und Ballenpolster können ihre stoßdämpfende Wirkung auf die darüberliegenden Gelenke ausführen, der Hufmechanismus funktioniert und im Winter hat man keine Probleme mit aufgestolltem Schnee und wildem herumrutschen, Fehlstellungen können engmaschiger korrigiert werden, Verletzungen durch Hufeisen werden ausgeschlossen und schöner aussehen tut es auch 😉